| V E
R L Ä N G E R U N G ! ! |
dieser Ausstellung |
bis Sonntag, 15. 03. 2009 |
Geänderte
Öffnungszeiten!
Während der Ausstellung Georg Baselitz
gelten folgende Öffnungszeiten: |
Mittwoch
Donnerstag
Freitag - Sonntag |
von 14 bis 18 Uhr
von 14 bis 20 Uhr.
von 14 bis 18 Uhr |
Georg Baselitz
Druckgraphik (1965 – 1990) aus der Kunstsammlung der HypoVereinsbank München
Ausstellungsdauer: 8.2. bis 8.3.2009
zu den Exponaten
Biografie
1938 geboren als Hans-Georg Kern in Deutsch-Baselitz, Sachsen
1956 Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst in Ost-Berlin. Nach zwei Semestern Ausschluss wegen "gesellschaftlicher Unreife"
1957-64 Fortsetzung des Studiums an der Hochschule der Bildenden Künste, West-Berlin, Meisterschüler von Hann Trier
1965 Stipendiat der Villa Romana, Florenz
1969 erstes Bild, bei dem das Motiv auf dem Kopf steht
1978 Ruf an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe; seit
1980 zusätzlich Beschäftigung mit Bildhauerei
1983 Professur an der Hochschule der Künste in Berlin
1995 vielbeachtete Retrospektive in New York, Metropolitan Museum of Modern Art
2004 Praemium Imperiale Award
Georg Baselitz lebt und arbeitet in Stegen am Ammersee, bei München
Georg Baselitz hat mit seinem druckgraphischen Werk für die Kunstgeschichte unseres Jahrhunderts einen entscheidenden Beitrag geleistet. Mit seinem...
hier weiter
Georg Baselitz hat mit seinem druckgraphischen Werk für die Kunstgeschichte unseres Jahrhunderts einen entscheidenden Beitrag geleistet. Mit seinem umfassenden Graphikbestand gehört der Maler, Zeichner, Peintre-Graveur und Bildhauer zu den "Fixsternen" der Sammlung HypoVereinsbank. Grund genug diesem wichtigen deutschen Gegenwartskünstler Die 25 in der Galerie Ruhnke ausgestellten Arbeiten stellen einen bedeutenden Teil seines Oeuvres aus 25 Schaffensjahren dar.
Georg Baselitz gehört zu jener Generation von Künstlern, die - wie auch Markus Lüpertz, Jörg Immendorf und A.R. Penck - auf Distanz mit jeglicher existierender Stilrichtung gehen und auf die sozialen, verödeten Umstände, die sie umgeben, mit einer gegenständlichen, expressiven Kunst reagieren. Dabei bedient sich Baselitz der üblichen Gattungen wie Stillleben, Tierbild, Landschaft und Figurenbild. Als der Künstler 1963 zum ersten Mal ins Bewusstsein der Öffentlichkeit trat, lösten seine mit sexueller Symbolik aufgeladenen Bilder heftige Proteste aus. Damals suchte der junge Künstler seinen eigenen Weg zwischen den extremen Positionen des im Osten gelebten ideologisch aufgeladenen Realismus und der informell-abstrakten Malerei des Westens. Mit seinen Gemälden und dem besonders umfangreichen zeichnerischen und graphischen Werk, von dem sich zahlreiche Arbeiten im Besitz der HypoVereinsbank befinden, protestierte der Künstler gegen das spießige Nachkriegsdeutschland und suchte den Anschluss an eine fortschrittliche Moderne.
Neben den "Helden-Darstellungen in den frühen 60er Jahren entstehen die ersten so genannten "Fraktur"-Bilder, die einem Prinzip von Schaffen und Zerstören folgen. Diese Bilder führen schließlich zur für Baselitz typischen Umkehr der Motive, um damit das Bild von allem Inhaltlichen zu befreien. In einer Zeit, in der sich die großen zeitgenössischen Strömungen wie Action Painting, Pop Art oder Konzeptkunst weitgehend von überkommenen Vorgaben gelöst hatten, hielt Baselitz an den traditionellen Gattungen - Malerei, Zeichnungen, Druckgraphik, Skulptur - und an der Darstellung von Gegenständlichem fest. Nur durch die Umkehrung seiner Motive und den sinnlich-direkten Farbauftrag mit den Fingern statt mit dem Pinsel findet er eine für ihn kennzeichnende Balance zwischen gestisch-abstrakter Malerei und getreuer Wiedergabe des Naturvorbildes. Bewusst geht Baselitz dabei auf Distanz zu existierenden Stilrichtungen und reagiert auf die sozialen Umstände im Nachkriegsdeutschland mit einer gegenständlichen, expressiven Kunst.
Die Welt steht Kopf in den Bildern von Baselitz und doch wollen seine Bilder mehr seinen als nur eine Metapher für eine verkehrte Welt. Mit dem Kopfstand der Motive entwertet Baselitz alles bildnerische Erzählen. Folgerichtig gesteht der Künstler in einem Interview 1975: "(Es ist) unwichtig oder falsch, ein Bild am Gegenstand zu fixieren" Um gleich im nächsten Satz zumindest eine persönliche Einschränkung zu machen: "Es sind einige Motive sehr wichtig, in denen sich eine bestimmte Liebe ausdrückt, die aber doch sehr persönlich ist." Nur für sich selbst reklamiert der Künstler noch eine gewisse Bedeutung der Inhalte, ansonsten setzt sich Baselitz nur noch mit Problemen der Malerei auseinander – Form als Bedeutungsträger interessiert ihn nicht. Mit seiner konzeptuellen Haltung proklamiert Baselitz - in radikaler Abkehr von Vorbildern aus der Vorkriegs-Avantgarde – das autonome Kunstwerk, das als Teil der Welt verstanden werden will, jedoch nicht "ausdrückt", sondern "ist".
Die HypoVereinsbank besitzt über 50 Einzelarbeiten des bedeutenden deutschen Gegenwartskünstlers aus den Jahren zwischen 1965 und 1990. Der größte Teil dieser Werke sind Papierarbeiten in den unterschiedlichsten Techniken wie Aquarell, Gouache, Holzschnitt, Radierung, Linolschnitt, die alle in dieser Ausstellung präsentiert werden. Wie kaum ein anderer Künstler seiner Generation gehört die Arbeit auf Papier zum zentralen Werkkomplex von Baselitz. Neben Edvard Munch, Matisse, Picasso, Jean Fautrier und Alberto Giacometti zählt Baselitz zu den international bedeutendsten so genannten "Paintre-Graveur" – eben jenen Künstlern, die nicht alleine wegen ihrer Malerei (peinture), sondern auch wegen ihres besonders bedeutungsvollen und umfangreichen druckgraphischen Werks ( graveur) in der Kunstgeschichte einen besonderen Platz einnehmen. Sie bereichern die Malerei, indem sie sich dem Medium der Druckgraphik uneingenommen zuwenden, es selbst erforschen, interpretieren und bereichern, wie es Berufsgraveure, Reproduktionsstecher und Kleinmeister nie vermögen.
schliessen
Presseecho auf diese Ausstellung:
Märkische Allgemeine 09.02.2009
Potsdamer Neueste Nachrichten 12.02.2009
Nach oben