Zu den Arbeiten von Harald Gnade
Aus Anlass einer Ausstellung der Guardini - Stiftung Ende 2003 heißt es in einer Veröffentlichung zu seiner Arbeit "Gobelin": "Es handelt sich um einen Verweis auf einen handgewebten Teppich, eine bestimmte Art von Stoff, der sowohl Geschichten erzählt, als auch konkrete Gedanken und Energien transportiert."
Harald Gnades – dem Informel verwandte – Malerei betrachtet der Künstler als ein Synonym für den "bekleideten" Körper. Die sehr haptischen, unter der Verwendung von mineralischen Zusatzstoffen und pastosen Farbauftrag entstehenden Bilder sind, wie die menschliche Haut, ein Gewebe aus vielen Schichtungen. Sinnlichkeit, abstrakte Erkenntnisprozesse und Zeit sind erfahrbare und lesbare Faktoren der übereinander liegenden Ebenen dieser Bilder.
Der Titel der Ausstellung "Der Verlust des Geheimnisses" leitet sich ab von der gleichnamigen Werkgruppe " 7 Bilder über den Verlust des Geheimnisses". Davon werden in der Ausstellung fünf Arbeiten gezeigt. Was ist mit dem Titel gemeint? Dazu sagt der Künstler selbst: "Die Bilder setzen sich mit den Stimmungen des Geheimnisses auseinander. Ich versuche generell in meiner Malerei das Thema der Erinnerung zu verdeutlichen, Erinnerung im Sinn von "in sich schauen - Innenschauen - sinnlich schauen" zu verstehen."
Die zeitgenössische Stimmung nimmt Harald Gnade als laut und grob war, bestimmt durch eine technische Welt. Deshalb versucht er mit seiner Kunst, dieser zeitgenössischen Stimmung etwas entgegenzusetzen und sagt: "Ich beziehe mich auf die Wahrnehmung stiller Ausdrucksweisen, auf die Schönheit der Natürlichkeit, die Gegenüberstellung und Verbindung des Ärmlichen und dem Reichtum." Die Frage nach der abstrakten oder gegenständlichen Malerei empfindet Harald Gnade als überflüssig. Wichtig ist ihm, dass beide Ausdrucksformen eine starke Sinnlichkeit ausstrahlen.
"Die Bilder von Harald Gnade sind stille, ruhige Bilder", sagt Frau Dr. Ursula Prinz von der Berlinischen Galerie aus Anlass einer Ausstellungseröffnung im Jahr 2003. Man erfasst sie meditativ und kann sich in sie versenken. Die Kunst von Harald Gnade hält nach Auffassung von Frau Dr. Prinz eine Balance zwischen Sinnlichkeit und Geistigkeit und ist daher für viele Menschen nicht nur verständlich sondern außerordentlich anregend.
Werner Ruhnke, Potsdam, 03. Juni 2005
